Stellungnahme zum Beitrag in der RP vom 16.03.2019

Auf die Äußerungen meines sehr geehrten Ratsherren Berthold Pauels in der Rheinischen Post über den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Veert muß ich mich äußern und einiges richtigstellen.

Herr Pauels und auch einige andere Veerter CDU- Vertreter verkennen wirklich die Ernsthaftigkeit der Lage, wenn Sie davon sprechen, „daß es lediglich Überlegungen der Stadt Geldern gäbe“, ob das Feuerwehrgerätehaus ins Büschchen gebaut werden soll.

Es handelt sich nicht nur um Überlegungen, denn schon im Sommer vorigen Jahres hat die Stadt Geldern den Auftrag für einen sogenannten artenschuzrechtlichen Fachbeitrag bei einem Gutachter eingeholt. Dieses Gutachten wurde von der Stadt in Auftrag gegeben, ohne die Politik darüber zu befragen. Es dient dem Bürgermeister jetzt, um darzulegen, dass das Büschchen gar nicht so ökologisch wertvoll sei. Wenn man es so lesen will, stimmt das auch. Denn dieser Fachbeitrag geht nur davon aus, ob sich selteneTiere wie Fledermäuse, Biber, selteneAmphibien und selteneBrutvögel auf der Parzelle aufhalten und ob diese eventuell gefährdet seien.

Von Amsel, Drossel, Fink und Star ist darin aber keine Rede. Und für die gilt es auch, den Lebensraum zu erhalten. Das bestätigt auch eine Stellungnahme des NABU, die sagt: „Insgesamt hinterlässt die Grünfläche einen naturnahen Eindruck mit einer hohen Diversität an Pflanzen, was auch auf entsprechende Tierarten schließen lässt. Für mich ist diese Grünfläche eine der wenigen wertvollen Stellen in Veert, wo man noch einheimische Natur erleben kann. Es wäre ein großer Verlust für das Dorf Veert, wenn auch diese Grünfläche Baumaßnahmen oder den üblichen sterilen Pflegemaßnahmen zum Opfer fallen würde.“

Daß die Stadtverwaltung es mit dem Büschchen ernst meint, zeigte dann ja auch der Beschlußvorschlag im Haupt-Sozial-und Finanzausschuß vom 30.10.2018 :

Der Haupt-, Sozial- und Finanzausschuss des Rates der Stadt Geldern beschließt den Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses in Veert auf einer Teilfläche der Forstparzelle, am Van-der-Velden-Weg/Grunewaldstraße zu errichten. Die Verwaltung wird beauftragt das weitere Verfahren vorzubereiten.

Wer kann denn da ernsthaftdavon sprechen,dass das Büschchen nicht gefährdet sei?

Nur weil der CDU- Ratsherr Albrecht Murmann und meine Wenigkeit vehement gegen diesen Beschlußvorschlag gesprochen haben, hat der Bürgermeister ihn wieder zurückgezogen.

Auch der Architekt, der drei Vorschläge für den Bau des Feuerwehrgerätehauses vortrug, sprach vom Wäldchen sehr abfällig wie: da liegt nur Müll drin rum, das Laub stört die Anlieger“…. Bei einem Ortstermin äußerte sich der Bürgermeister:“ Die Erlen haben eh‘ alle einen Pilz. Die müssen sowieso gefällt werden!“ Bei den Bäumen auf dem beplanten Grundstück handelt es sich aber nicht um Erlen, sondern um Ahornbäume und mehrere mehr als 100 Jahre alte Eichen.

In der vom Architekten vorgestellten Präsentation wird auch das Grundstück gegenüber vom Baumarkt Voß als Standort genannt. Auch dieses Grundstück liegt an der Grunewaldstraße und bietet Gewähr dafür, dass die von Herrn Pauels zurecht genannten Einsatzzeiten eingehalten werden können.

Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Feuerwehr Veert sehr oft die Feuerwehr Geldern unterstützt, ist dies sogar der bessere Standort. Dieses Grundstück steht auch uneingeschränkt für den Bau des Feuerwehrgerätehauses Veert zur Verfügung. Dies wurde mir aus Erster Hand zugesichert.

Als Politiker und Veerter Bürger kann man es trotzdem nicht nachvollziehen, dass ein Wäldchen gefällt werden soll, wenn genau gegenüber gerade hektarweise Planungsrecht für ein Neubaugebiet geschaffen wurde. Nach Meinung der Bürgerinitiative und uns Grünen sollten hier alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um dort ein Grundstück zu bekommen.

Daher ist es nicht unredlich, für den Erhalt des Büschchens zu kämpfen.

Der Bürgermeister, die Verwaltung und große Teile der CDU Geldern und Veert haben sich aber schon viel zu früh für das Büschchen als Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus festgelegt. Sie sollten auch auf den Protest hören und sich mehr Gedanken um Alternativen – wie vorgeschlagen -machen.

Alle angesprochenen Dokumente (Gutachten, Beschlußvorschlag, Präsentation des Architekten) sind auf www.gruene-geldern.deeinzusehen.

Bernd Bianchi

stellv. Fraktionssprecher für Bündnis ‘90/DIE Grünen im Rat der Stadt Geldern

 

 

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