Steuerverschwendung, Ungleichbehandlung und Baumfällaktionen an der Königsberger Straße in Geldern

Lärmschutzwall und Kreisverkehr
Königsberger Straße

Für 2,75 Millionen Euro Steuergelder (ohne Grunderwerb) sollen zwischen Krankenhaus und der Niers ein Kreisverkehr angelegt und ein Lärmschutzwall errichtet werden.

Der Kreisverkehr soll an der Krankenhauskreuzung angelegt werden und die ampelgeregelte Kreuzung ersetzen. Schon bei der Einreichung der Haushaltsmittel für diese Maßnahme Ende 2017 sprachen sich die Grünen gegen diese Pläne aus. Ihr Sprecher im Ausschuss, Bernd Bianchi sagte, dass der Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr viel mehr Lärm verursachen würde, als bei der jetzigen, ampelgeregelten Kreuzung. Denn bei einem Kreisverkehr muss jedesFahrzeug abbremsen und wieder anfahren. Bei einer intelligenten Ampelsteuerung aber nur der Verkehr, der gerade Rotlicht bekommt. Wenn man dann damit rechnet, dass die Nordtangente einmal als Bundesstraße 58 umgewidmet werden soll, so sind das bis zu 80 % Mehrbelastung durch Verkehrslärm. 

Jetzt plant das Tiefbauamt aber einen noch kleineren Kreisverkehr, als von der Straßenbaubehörde des Landes NRW gefordert. Wird dadurch nicht die Umwidmung als B 58 sogar fraglich, so fragen sich die Grünen.

Der neue Lärmschutzwall soll auf einen Teil der jetzigen Fahrbahn aufgeschüttet werden. Dafür muss die Fahrbahn entfernt werden. Weil dann aber der Platz für die Fahrspuren nicht reicht, sollen der Radweg verlegt, die noch nicht lange stehenden Laternen versetzt und ca. dreißig straßenbegleitende Bäume mit einem Umfang von über 1 m und der sehr alter Baumbestand am Fußweg Richtung Schloss Haag gefällt werden. 

Diese neue Fahrbahnverschwenkung mit Lärmschutzwall soll aber nur zwischen Krankenhaus und Niers errichtet werden. Die Anlieger der Königberger Straße Richtung Veert und auch die Anlieger der Kapellener Straße werden demnach keinen weiteren Lärmschutz bekommen. 

Die Pläne wurden erstmalig am 25.09.2018 im Bau- und Planungsausschuss in Geldern vorgestellt und diskutiert. Zur Errichtung eines Lärmschutzwalles hatte ein Lärmschutzgutachten gesagt, dass dieser nicht erforderlich sei, wenn Flüsterasphalt aufgebracht wird und in Verbindung mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung für langsamen Verkehr gesorgt wird. 

Die Grünen Gelderns haben sich trotzdem für mehr Lärmschutz stark gemacht, aber eben für alleAnlieger der Königsberger Straße und sie fordern auch passiven Lärmschutz für die Anwohner der Kapellener Straße. 

Wenn die Baumaßnahme verwirklicht wird, so wird nächstes Jahr für mindestens neun Monate der gesamte Verkehr, der auf der Königsberger/ Danziger Straße um die Stadt geleitet wird, mitten durch die Innenstadt rollen. Mit dem gesamten Verkehr meinen die Grünen auch den Schwerlastverkehr. 

Es gibt für sie also mehrere Gründe, warum sie diese Baumaßnahme ablehnen. Ein letzter Versuch, durch einen Antrag im Bau- und Planungsausschuss die Straßenbäume zu versetzen und damit zu retten, wurde von der Verwaltung abgelehnt. Die Grünen meinen, dass schon allein das Fällen der Bäume Grund genug sein sollte, um von der Maßnahme abzusehen.  

anbei der Plan Stadt Geldern:

http://www.gruene-geldern.de/?attachment_id=755

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